Lernzusammenfassung · Geschichte und Politik

NS-Zeit &
Kalter Krieg

Prüfungsfokussierte Zusammenfassung – nur die geprüften Lernziele, mit Abfrage-Boxen, Vergleichstabellen und Spickzettel.

NS-Zeit

LZ 6 – Verbrechen aus der NS-Zeit · LZ 7 – Folgen des Zweiten Weltkrieges / Potsdamer Konferenz

Kalter Krieg

LZ 1 – Begriff, Ursachen, Merkmale · LZ 2 – USA vs. UdSSR · LZ 3 – Ausgewählte Ereignisse · LZ 4 – Warschauer Pakt & Comecon · LZ 5 – Ende des Kalten Krieges · LZ 6 – Begriffe

GIBZ · Berufsmaturität BMI2 Erstellt zur Prüfungsvorbereitung

So lernst du mit dieser Zusammenfassung

Lesen allein bringt am wenigsten. Diese vier Techniken haben in der Lernforschung die grösste Wirkung – die Zusammenfassung ist genau darauf ausgelegt.

1 · Aktiv abfragen statt nur lesen

Am Ende jedes Lernziels stehen Abfrage-Boxen. Decke den Stoff ab und beantworte die Fragen laut oder schriftlich – aus dem Kopf. Erst danach kontrollierst du. Sich-selbst-Testen ist die wirksamste Methode überhaupt.

2 · Über mehrere Tage verteilen

Drei mal 30 Minuten an drei Tagen schlägt 90 Minuten am Stück. Plane jedes Thema mindestens zweimal mit etwas Abstand ein – so wandert es ins Langzeitgedächtnis.

3 · Ereignisse im Schema denken

Jedes Ereignis des Kalten Krieges ist nach Ursache → Verlauf → Folge aufgebaut. Wenn du ein Ereignis in der Prüfung «analysieren» sollst, lieferst du genau diese drei Ebenen.

4 · Vergleichen und erklären

Bei «vergleichen» (USA vs. UdSSR) hilft die Tabelle. Bei «bewerten / erläutern» reicht Aufzählen nicht – frage dich immer Warum? und nenne Folgen. Der Spickzettel am Schluss ist dein letzter Check vor der Prüfung.

Lernplan-Vorschlag (3 Tage)

Inhalt

Teil A · NS-Zeit
Teil B · Kalter Krieg
Schlussteil

Teil A · NS-Zeit

6

Lernziel 6Verbrechen aus der NS-Zeit aufzeigen

Die NS-Verbrechen ergaben sich direkt aus der Ideologie (Rassismus, radikaler Antisemitismus, Einteilung in «wertes» und «unwertes» Leben). Aus dieser Menschenfeindlichkeit folgte ein systematischer Massenmord an ganzen Bevölkerungsgruppen.

Holocaust (Shoah)

Der Holocaust ist die systematische, staatlich organisierte Ermordung von rund 6 Millionen Juden. Der Weg dahin verlief in Stufen: gesetzliche Ausgrenzung und Entrechtung → Konzentration in Ghettos → Deportation in Vernichtungslager.

Euthanasie

«Euthanasie» heisst wörtlich «Sterbehilfe», bezeichnet im NS-Staat aber ein Verbrechen: die systematische Tötung schwer- und unheilbar kranker sowie behinderter Menschen – auch Kinder und alte Menschen – auf staatlichen Befehl. In der NS-Sicht galten sie als «unwertes Leben».

Weitere Opfergruppen und Besatzungsverbrechen

Merksatz Die Verbrechen waren kein «Ausrutscher des Krieges», sondern geplante, staatlich gesteuerte Massenvernichtung auf Grundlage der NS-Rassenideologie. Wer die Verbrechen «aufzeigen» soll, nennt Tatgruppe + System + ein konkretes Beispiel.
Aktiv abfragen
  1. Welche drei Stufen führten vom Ausschluss der Juden bis zur Vernichtung?
  2. Welche Funktion hatten die Ghettos – nenne ein Beispiel mit Jahr und Ort.
  3. Warum ist der Begriff «Euthanasie» im NS-Kontext irreführend, und was bedeutete er tatsächlich?
  4. Nenne neben den Juden drei weitere verfolgte Gruppen.
7

Lernziel 7Folgen des Zweiten Weltkrieges bewerten / Folgen für Deutschland (Potsdamer Konferenz)

Der Zweite Weltkrieg hinterliess die grösste Verwüstung der Geschichte und ordnete die Welt politisch völlig neu. Die wichtigsten Folgen lassen sich in fünf Bereiche gliedern; für Deutschland wurden die konkreten Folgen auf der Potsdamer Konferenz festgelegt.

Bilanz: Die Folgen in fünf Bereichen

BereichFolgen
MenschlichRund 55 Mio. Tote (davon 20–30 Mio. Zivilisten, ca. 6 Mio. ermordete Juden); ca. 35 Mio. Verwundete, 3 Mio. Vermisste; rund 20 Mio. Vertriebene; psychische Belastungen, demografische Folgen.
MateriellZerbombte Städte (Dresden, Warschau …), zerstörte Industrie und Infrastruktur – weit grösser als im Ersten Weltkrieg.
PolitischUSA = Weltmacht Nr. 1, UdSSR = Weltmacht Nr. 2 (GB/Frankreich verlieren ihre Stellung). Deutschland und Italien militärisch und moralisch besiegt. Gründung der UNO. Beginn des Kalten Krieges und Unterdrückung Osteuropas durch die UdSSR.
GeografischNeue Landesgrenzen, festgelegt auf der Potsdamer Konferenz.
Wirtschaft / Recht / TechnikGründung von Weltbank und IWF (1944/45); Nürnberger Prozesse (ab Nov. 1945) zur Bestrafung der Kriegsverbrecher; technische Sprünge (Atombombe, Radar, Düsenflugzeuge, Computer).

Potsdamer Konferenz (17.07.–02.08.1945)

Teilnehmer: Stalin (UdSSR), Truman (USA), Churchill bzw. Attlee (GB). Hier wurde der Umgang mit dem besiegten Deutschland beschlossen. Die Kernbeschlüsse merkt man sich als die «4 D»:

Die «4 D»Bedeutung
DenazifizierungEntfernung der NS-Ideologie und der Nationalsozialisten aus Staat und Gesellschaft.
DemilitarisierungEntwaffnung und Auflösung der deutschen Streitkräfte.
DezentralisierungAufbrechen der zentralisierten Macht; mehr Gewicht für Regionen.
DemokratisierungAufbau demokratischer Strukturen.

Weitere Beschlüsse für Deutschland:

Bewertung (das verlangt «bewerten») Die Folgen waren nicht nur Zerstörung: Sie schufen eine neue Weltordnung. Aus der gemeinsamen Besatzung Deutschlands und den gegensätzlichen Interessen der Siegermächte wuchs direkt der Kalte Krieg – die Teilung Deutschlands ist also eine unmittelbare Folge von 1945. Positiv: UNO, Völkerrecht (Nürnberg) und internationale Finanzordnung als Versuch, einen neuen Weltkrieg zu verhindern.
Aktiv abfragen
  1. Nenne die fünf Folgenbereiche und je ein konkretes Stichwort.
  2. Welche zwei Staaten gingen als Supermächte aus dem Krieg hervor – und welche verloren an Bedeutung?
  3. Wofür stehen die «4 D» der Potsdamer Konferenz?
  4. In wie viele Zonen wurden Deutschland und Berlin aufgeteilt, und welche Mächte erhielten sie?
  5. Begründe: Warum ist der Kalte Krieg eine direkte Folge des Kriegsendes 1945?

Teil B · Kalter Krieg

1

Lernziel 1Begriff, Ursachen und Merkmale des Kalten Krieges

Begriffsdefinition

Der Kalte Krieg ist der Ost-West-Konflikt zwischen den beiden Supermächten USA (mit ihren westlichen Verbündeten) und UdSSR (mit ihren Satellitenstaaten) in der Zeit von 1945/47 bis 1991. «Kalt» heisst: es kam nie zu einem direkten («heissen») Krieg zwischen den beiden – sie standen sich feindlich gegenüber, kämpften aber nur indirekt. Weil die Welt zwei Machtpole hatte, spricht man von Bipolarität («Zweipoligkeit»).

Merkmale

Ursachen

Merksatz Der Kalte Krieg beginnt nicht mit einer Schlacht, sondern mit einer Politikänderung: 1947 zieht die USA mit der Truman-Doktrin den Schlussstrich unter die Zusammenarbeit – ab da gilt Containment.
Aktiv abfragen
  1. Definiere «Kalter Krieg» in einem Satz (wer, wann, was Besonderes).
  2. Warum heisst er «kalt»? Nenne dazu drei Merkmale.
  3. Erkläre, wie die unterschiedliche geschichtliche Erfahrung das Verhalten der UdSSR erklärt.
  4. Welches Ereignis von 1947 gilt als Beginn – und was war seine Kernaussage?
2

Lernziel 2Ziele und Interessen der USA und der UdSSR vergleichen

Hinter dem Konflikt stehen zwei grundsätzlich gegensätzliche Gesellschaftsmodelle. Die folgende Gegenüberstellung ist der Kern für jede Vergleichsaufgabe.

USA (Westen)UdSSR (Osten)
Marktwirtschaftlicher KapitalismusPlanwirtschaftlicher Sozialismus
Parlamentarische DemokratieDiktatur der kommunistischen Partei
Freiheit des EinzelnenAufbau der sozialistischen Gesellschaft
Eindämmung der sowjetischen ExpansionSicherheitsinteresse (Schutzgürtel)
Freier Welthandel – «Frieden durch Wohlstand»Reparationen – «Frieden durch Sieg des Sozialismus»
So vergleichst du richtig Nicht nur zwei Listen nebeneinander, sondern nach Kriterien gegenüberstellen: Wirtschaft, Staatsform, Verhältnis Individuum–Staat, aussenpolitisches Ziel. Schliesse mit dem gemeinsamen Punkt: beide wollten ihr System ausbreiten – genau das machte den Konflikt unvermeidlich.
Aktiv abfragen
  1. Stelle USA und UdSSR in vier Kriterien gegenüber (aus dem Kopf).
  2. Was wollte die USA mit «One World», was die UdSSR mit dem Eisernen Vorhang?
  3. Was hatten beide Seiten gemeinsam – und warum führte gerade das zum Konflikt?
3

Lernziel 3Ausgewählte Ereignisse des Kalten Krieges analysieren

«Analysieren» heisst: Ursache → Verlauf → Folge. Genau so ist jedes Ereignis hier aufgebaut.

Marshall-Plan (1948–1952)

Ursache

Europa nach dem Krieg wirtschaftlich am Boden; die USA wollen den Wiederaufbau – und so die Ausbreitung des Kommunismus verhindern.

Verlauf

US-Aussenminister George C. Marshall schlägt das ERP (European Recovery Program) vor: grosse Wirtschaftshilfe an Westeuropa, auch an die Westzonen Deutschlands.

Folge

Wiederaufbau Westeuropas und engere Bindung an die USA. Zugleich Absatzmarkt für US-Überproduktion. Der Osten lehnt ab → vertiefte Spaltung.

Erste Berlin-Krise: Blockade & Luftbrücke (1948/49)

Ursache

West-Berlin liegt mitten in der sowjetischen Zone. Die UdSSR sperrt die Versorgungswege (Berlin-Blockade) – Ziel: W-Berlin aushungern und der DDR einverleiben.

Verlauf

Der Westen versorgt die Stadt aus der Luft (Berliner Luftbrücke).

Folge

Die UdSSR gibt die Blockade nach rund einem Jahr auf → erfolgreiches Containment.

China wird kommunistisch (1949)

Ursache

Im chinesischen Bürgerkrieg siegt Maos KP über Tschiang Kai-schek.

Verlauf

Truman schickt keine Truppen (keine Erfolgschance im riesigen China). Es entstehen zwei Staaten: Volksrepublik (Festland) und Republik China (Taiwan).

Folge

Grösster Misserfolg des Containment; bis heute kein formelles Ende des Konflikts.

Korea-Krieg (1950–1953) · 1. Höhepunkt

Ursache

Das kommunistische Nordkorea greift Südkorea an, ermutigt durch den Sieg der Kommunisten in China.

Verlauf

Die USA helfen Südkorea unter UNO-Flagge; chinesische Truppen greifen für Nordkorea ein.

Folge

Grenze etwa wie vorher, Waffenstillstand, ca. 5 Mio. Tote. Erfolgreiches Containment, aber bis heute kein Friedensvertrag.

Zweite Berlin-Krise (1958)

Ursache

Chruschtschows Ultimatum: W-Berlin soll «freie Stadt» werden, die westlichen Truppen abziehen.

Verlauf

Die Westmächte erfüllen die Forderung nicht und bleiben hart.

Folge

Die UdSSR unternimmt nichts → erneut erfolgreiches Hart-Bleiben des Westens.

Bau der Berliner Mauer (13. August 1961)

Ursache

Massenflucht von DDR-Bürgern über W-Berlin in den Westen – vor allem junge, gut ausgebildete Leute («Abstimmung mit den Füssen»), peinlich für die DDR.

Verlauf

Die DDR baut eine Mauer quer durch Berlin.

Folge

Kein Fall fürs Containment → Westen protestiert nur. Ende der östlichen Versuche um W-Berlin; die deutsche Teilung ist zementiert.

Kuba-Krise (1962) · 2. Höhepunkt & gefährlichste Krise

Ursache

Nach der gescheiterten US-Invasion (Schweinebucht) sucht Castro Schutz; die UdSSR stationiert atomare Mittelstreckenraketen auf Kuba – direkt vor den Toren der USA.

Verlauf

Die USA entdecken die Raketen. Kennedy fordert deren Abzug und verhängt eine Seeblockade (begründet mit Truman- und Monroe-Doktrin). Die Welt steht am Rand des Atomkriegs.

Folge

Die UdSSR gibt nach (Raketen ab). Gegenleistung USA: Nichtangriffsversprechen ggü. Kuba + Abzug der Raketen aus der Türkei. Es folgt der «Heisse Draht» Washington–Moskau; Annäherung beginnt; Prestigeverlust Chruschtschows.

Entspannungspolitik (1969–1979)

Das Containment gilt weiter, aber man geht offener miteinander um (Handel, Gipfeltreffen, Abrüstungsabkommen). Gründe: keinen 3. Weltkrieg aus einem Missverständnis riskieren; die Einflusssphären sind abgesteckt; «friedliche Koexistenz»; die UdSSR will Wirtschaftsabkommen (Weizen).

  • SALT (1972): Obergrenzen für Interkontinentalraketen.
  • ABM-Vertrag (1972): Verbot umfassender Raketenabwehr – Logik MAD («mutually assured destruction»: wer zuerst schlägt, stirbt als zweiter → niemand beginnt).
  • KSZE-Schlussakte von Helsinki (1975): wichtigstes Abkommen. Westen setzt die Menschenrechte durch (führt langfristig zu Bürgerrechtsgruppen im Osten); die UdSSR erreicht die Anerkennung der Nachkriegsgrenzen.

Ende der Entspannung 1979: Sowjetischer Einmarsch in Afghanistan → der Westen gibt die Entspannungspolitik auf. Danach kältere Phase (1979–85, Aufrüstung unter Reagan), ab 1985 Abkehr unter Gorbatschow.

Aktiv abfragen
  1. Erkläre den Marshall-Plan nach Ursache–Verlauf–Folge.
  2. Wie reagierte der Westen auf die Berlin-Blockade, und was zeigte das?
  3. Warum war die Kuba-Krise der gefährlichste Moment – und was bekam die UdSSR im Gegenzug für den Rückzug?
  4. Welche zwei Ereignisse gelten als «Höhepunkte» des Kalten Krieges?
  5. Nenne die drei wichtigen Abkommen der Entspannungspolitik und was 1979 ihr Ende brachte.
4

Lernziel 4Internationale Organisationen: Warschauer Pakt & Comecon

Geprüft werden nur die beiden östlichen Bündnisse – das militärische und das wirtschaftliche Gegenstück zu NATO und EWG.

Warschauer PaktComecon (RGW)
ArtMilitärisches Verteidigungsbündnis der sozialistischen Staaten EuropasWirtschaftsbündnis («Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe»)
Gegründet1955, als Reaktion auf den NATO-Beitritt der BRD1949, als Gegenmodell zu OECD / EWG, Sitz Moskau
FührungKlare Dominanz der UdSSR (Oberbefehl stets ein sowjetischer Marschall)Koordination der Planwirtschaften unter Führung der UdSSR
BesonderheitBreschnew-Doktrin (1968): nur «beschränkte Souveränität» der MitgliederIm Kern auf bilateralen Aussenhandel beschränkt; keine supranationalen Organe wie die EG
Auflösung19911991
Merksatz Beide Bündnisse sicherten die Vorherrschaft Moskaus über den Ostblock – militärisch (Warschauer Pakt) und wirtschaftlich (Comecon). Beide lösten sich 1991 mit dem Ende der kommunistischen Regimes auf.
Aktiv abfragen
  1. Warschauer Pakt vs. Comecon: Wer ist das militärische, wer das wirtschaftliche Bündnis – und in welchem Jahr gegründet?
  2. Was besagt die Breschnew-Doktrin, und wie hängt sie mit dem Warschauer Pakt zusammen?
  3. Was hatten beide Organisationen gemeinsam (Führung, Auflösungsjahr)?
5

Lernziel 5Das Ende des Kalten Krieges / Zerfall der Sowjetunion

Vorgeschichte: die UdSSR auf dem Weg in die Krise

Gorbatschows Reformen (ab 1985)

BegriffInhalt
Glasnost«Offenheit/Transparenz»: kritische Berichte in Presse und Rundfunk werden erlaubt, Aufarbeitung der Stalin-Zeit.
Perestroika«Umbau» (ab 1986): Modernisierung von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
«Neues Denken»Neue Aussenpolitik: Ost-West-Dialog, Abrüstung der atomaren Mittelstreckenraketen; Ende der Breschnew-Doktrin 1988.

Wandel in den Ostblockstaaten (1989)

LandVerlauf
PolenStreiks → Verhandlungen am «Runden Tisch» 1989 → freie Wahlen, parlamentarische Demokratie.
Ungarn«Stille Revolution» → Mehrparteiensystem, Wirtschaftsreform.
Tschechoslowakei«Samtene/Sanfte Revolution» → neue Verfassung; 1992 Trennung in zwei Staaten.
DDRFriedliche RevolutionFall der Berliner Mauer (Nov. 1989) → Wiedervereinigung 1990.
Rumänien«Blutige Revolution» gegen Ceaușescu → 1991 neue Verfassung.

Gorbatschow lässt diesen Wandel zu – das ist die Sinatra-Doktrin: Die Satellitenstaaten dürfen ihre inneren Angelegenheiten souverän regeln (frei nach «My Way»). Damit endet die Vorherrschaft Moskaus.

Zerfall der Sowjetunion (1991)

Ursachen des Zerfalls (merken: P – W – M) Politisch (Mangel an Demokratie und Freiheit) · Wirtschaftlich (Scheitern der Planwirtschaft) · Militärisch (das Debakel in Afghanistan 1979–1989).
Aktiv abfragen
  1. Erkläre Glasnost, Perestroika und «Neues Denken» je in einem Satz.
  2. Was besagt die Sinatra-Doktrin, und wie unterscheidet sie sich von der Breschnew-Doktrin?
  3. Ordne den Revolutionen 1989 die richtigen Länder zu (Runder Tisch, samtene, blutige, friedliche Revolution).
  4. Nenne die drei Ursachen für den Zerfall der UdSSR.
6

Lernziel 6Begriffe erklären – Glossar

Diese zwölf Begriffe musst du kurz und sicher erklären können. Tipp: Begriff abdecken, Definition aufsagen, kontrollieren.

BegriffKurzdefinition
Kalter KriegOst-West-Konflikt zwischen USA und UdSSR (1945/47–1991) ohne direkten Krieg, geprägt von Bipolarität, Wettrüsten und Stellvertreterkriegen.
Atlantik-Charta1941 von Roosevelt und Churchill verkündete Grundsätze für eine offene, friedliche, demokratische Nachkriegswelt («One World»): Selbstbestimmung, keine Annexionen, Freihandel, Abrüstung.
MarshallplanUS-Wirtschaftshilfe (ERP) für Westeuropa 1948–1952 – Wiederaufbau und zugleich Eindämmung des Kommunismus.
Truman-Doktrin1947: Die USA bekämpfen weltweit die Ausbreitung des Kommunismus → Beginn des Kalten Krieges und Abkehr vom Isolationismus.
Eiserner VorhangVon Churchill geprägter Begriff für die Trennlinie, mit der die UdSSR Osteuropa gegen den Westen abschottete.
Containment«Eindämmungspolitik»: Der Kommunismus darf bleiben, wo er ist, soll sich aber nicht weiter ausbreiten (wie ein Damm).
Zwei-Lager-TheorieSowjetische Sicht: kapitalistisches und kommunistisches Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber; rechtfertigt das Zusammenstehen unter Moskau.
Entspannungspolitik1969–1979: Containment gilt weiter, aber offenerer Umgang – Handel, Gipfel und Abrüstungsabkommen (SALT, ABM, KSZE).
Breschnew-Doktrin1968: Die Ostblockstaaten haben nur «beschränkte Souveränität»; Moskau darf eingreifen.
Sinatra-DoktrinPolitik Gorbatschows: Die Satellitenstaaten dürfen ihre inneren Angelegenheiten souverän regeln – Gegenteil der Breschnew-Doktrin.
Perestroika«Umbau» (ab 1986): Modernisierung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft der UdSSR.
Glasnost«Offenheit/Transparenz»: mehr Meinungsfreiheit, kritische Berichterstattung, Aufarbeitung der Vergangenheit.

★ Spickzettel

Der letzte Check vor der Prüfung – alles Wichtige auf einen Blick. (Nur zum Lernen, nicht in die Prüfung mitnehmen.)

NS-ZeitKernpunkte
VerbrechenHolocaust (~6 Mio. Juden; Ghettos → Vernichtungslager, z. B. Warschau → Treblinka) · Euthanasie («unwertes Leben») · Sinti/Roma, Behinderte, polit. Gegner · Besatzung Polens (~5 Mio. Tote).
Folgen WK2~55 Mio. Tote · USA & UdSSR = Supermächte · UNO · Beginn Kalter Krieg · Weltbank/IWF · Nürnberger Prozesse.
Potsdam 1945Stalin/Truman/Churchill. «4 D»: Denazifizierung, Demilitarisierung, Dezentralisierung, Demokratisierung · 4 Zonen + Berlin in 4 Sektoren · Alliierter Kontrollrat.
Kalter KriegKernpunkte
BegriffOst-West-Konflikt USA↔UdSSR, 1945/47–1991, kein direkter Krieg → Bipolarität, Wettrüsten, Stellvertreterkriege.
UrsachenIdeologie (Kapitalismus vs. Kommunismus) · One World (Atlantik-Charta) vs. Eiserner Vorhang · Sicherheitsbedürfnis UdSSR · Truman-Doktrin 1947 (Containment) ↔ Zwei-Lager-Theorie.
USA vs. UdSSRKapitalismus/Demokratie/Freiheit/Eindämmung vs. Sozialismus/Parteidiktatur/Kollektiv/Sicherheit.
EreignisseMarshall-Plan ’48 · Berlin-Blockade+Luftbrücke ’48/49 · China kommunistisch ’49 · Korea ’50–53 (1. Höhep.) · Mauerbau ’61 · Kuba-Krise ’62 (gefährlichste) · Entspannung ’69–79 (SALT/ABM/KSZE), Ende: Afghanistan ’79.
OrganisationenWarschauer Pakt (1955, militärisch) · Comecon (1949, wirtschaftlich) · beide unter UdSSR-Führung · beide 1991 aufgelöst.
EndeGorbatschow ’85: Glasnost / Perestroika / «Neues Denken» · Sinatra-Doktrin · Revolutionen ’89 (Mauerfall Nov ’89) · Zerfall UdSSR 1991 → GUS. Ursachen: politisch/wirtschaftlich/militärisch.
Zeitstrahl Kalter Krieg 1945 Kriegsende/Potsdam → 1947 Truman-Doktrin → 1948–52 Marshall-Plan → 1948/49 Berlin-Blockade → 1950–53 Korea → 1961 Mauerbau → 1962 Kuba-Krise → 1969–79 Entspannung → 1979 Afghanistan → 1985 Gorbatschow → 1989 Mauerfall → 1991 Zerfall UdSSR.